Liebevolles Sexding gesucht

Mich hat ein Typ abserviert. Beziehungsweise hat er es nicht mal fertiggebracht, diesen Akt wirklich zu vollziehen, es war mehr die Unterlassung von irgendwas, die das ganze für beendet erklärt hat. Ich bin fassungslos. Zum einen, weil ich 30 bin und der auch. Ich wusste nicht, dass das so noch gemacht wird. Zum anderen, weil es ich bin, bei der er sich nicht meldet. Die logische Schlussfolgerung kann nur sein, dass er enge Grenzen in seinem Kopf hat. Und schlicht nicht besonders deep eingetaucht ist in den politischen Kram, mit dem beschäftigt zu sein er sich den Anschein gibt. Und das wiederum ist mir nun doch vertraut.

Ich verstehe dieses Nichts zwischen One-Night-Stand und ever-lasten-wollendem romantischen Zweiergedöns nicht und habe das Gefühl, ich müsste mal etwas bekannt machen.

1. Mein Körper ist mir ein inneres Fest, ich bin wunderschön und verdammt heiß. Das bedeutet aber nicht, dass ich einverstanden bin, wenn ich als eine-nacht-3-Orgasmen-Gefährtin verkonsumiert werde.

Ich habe nämlich ein Herz, ein widerständiges. Und diese Dinger haben bekanntermaßen die Eigenschaft begrenzter Kapazitäten. Zu meinem großen Leidwesen, stehe ich aber eben auf Penetrationssex und Penisse und bin immer mit vollem Gefühl dabei(letzteres werde ich auch nicht ändern, es ist eine Fähigkeit und kein Makel).

2. Sich nicht zu melden – und sei es eben mit der Botschaft einer Absage – ist nicht die Vermeidung von Kränkung o.ä. sondern ihre pure Manifestation: Es ist nämlich schlicht abwertend. Eine eigene Unfähigkeit wird auf die andere Person abgewälzt, der befreiende Charakter, den ein schon gefühltes aber nicht ausgesprochenes ‚Nein‘ haben kann, verwehrt.

Zu 3. Ich finde Sex besonders erquickend, wenn er sich zwischen den Menschen entwickelt, also über einen gewissen Zeitraum, wachsende Vertrautheit, seine vollen Potenziale entfaltet. Da ich keine Verfechterin der Körper-Seele-Trennung bin, bedeutet für mich ein Date nicht nur die Prüfung von und ggf. Öffnung für Sex-Möglichkeiten, sondern auch ein gewisses emotionales Engagement. Und davon profitiert mein Gegenüber, denn ohne Hingabe kein Highlight.

Jetzt 3.: Es kann eine Begegnungsform geben, bei der es um eine intime Erkundigung, liebevoll, wertschätzend geht, um eine gewisse Zeitspanne und eine gewisse Zugewandtheit, ohne dass ein romantisches-wievielemenschauchimmer-Dings angestrebt wird. Also ein selbstgemachtes und mit Vergnügen geteiltes Dazwischen.

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